Der künstlerische Prozess.

Ein paar Worte über die ausgestellten Materialien.

Skulpturen oder Installationen – ich habe meine Arbeit „organisches Zusammenfügen“ genannt.
Der formale Wortschatz ist einfach: Drähte oder Oberflächen, hergestellt durch Zusammenfügung oder Akkumulation. Es ist die Feinheit des Stoffes an sich, die im Mittelpunkt meines Anliegens steht.

Das Material wird wegen seiner alltäglichen, aber bemerkenswerten Schönheit ausgewählt und zwar so, dass sie uns an die Zerbrechlichkeit des Lebens erinnert: diese Bruchstücke des Realen sind manchmal so raffiniert, dass es schwierig ist, die passende Art und Weise zu finden, um sie zu zeigen. Um dies geht es in meiner Arbeit.

Sie beginnt mit dem sorgfältigen Einsammeln von Materialien. Diese ausgewählten Materialien sind hauptsächlich organischen Ursprungs – Pflanzliches, Tierisches und Mineralisches –, aus dem Alltäglichen. Wenn sie durchsichtig, glänzend, zerbrechlich, oder mit einer detaillierten Grafik bestückt sind, faszinieren sie mich besonders.

Die Freude, sie zu behandeln, in dem ich sie von sehr nahe betrachte, erzeugt den Wunsch, sie zu zeigen. Jede Begegnung mit einem neuen Werkstoff ist eine Herausforderung. Der Respekt und das Verstehen der Widerstandsfähigkeit ihrer Materie ermöglicht es mir, immer weiter zu gehen – weiter als ich es mir hätte vorstellen können. Meine Arbeit ist es, das Fortbestehen von etwas, von dem man glaubte, es gehöre zum Vergänglichen, zu ermöglichen – und zwar nur, in dem ich es vorsichtig aufbewahre, ohne etwas hinzuzufügen.

Das Spiel mit den Formen und dem Raum evoziert im Betrachter das Wagnis, in den Raum des Materials, trotz seiner Fragilität, visuell hinein zu dringen. Einerseits verleiht eine wiederholte und minutiöse Geste den Materialien ein menschliches Mass, Materialien die sonst zu winzig sind, um in unserem Alltag beobachtet zu werden. Anderseits erfasst eine räumliche Disposition im Dialog mit dem Ort, wo das Werk ausgestellt ist, die Aufmerksamkeit des Betrachters, um ihn auf die Beobachtung des Stoffes an sich zu bringen und nicht auf seine Form.

Mein Ziel ist es, den Betrachter zum «Beobachten» zu bringen, von etwas, das er gewöhnlich nur ansieht.

Traduction : Sébastien Clem